Hirvonen will seine WM-Führung zurück - doch Citroën hat was dagegen
Die Organisatoren werden die neu zugestandenen Freiheiten bei der Organisation der Veranstaltung in Argentinien voll ausschöpfen. Es finden 19 Wertungsprüfungen auf insgesamt 378,15 Kilometer statt – davon ein Fünftel über asphaltierte Straßen. Dies stellt eine große Herausforderung für die Fahrer und ihre turbogetriebenen Allradboliden dar. Hirvonen zeigt sich vorsichtig: "Diese gemischten Prüfungen werden den Reifen alles abfordern“.
Er hat die WM-Führung verloren und reist als zweiter nach Argentinien, wo er mit dem Sieg die WM-Spitze zurück erobern will. Er ist sich der Schwierigkeit bewusst, doch er gibt bei weiten nicht auf: "Speziell die legendäre Prüfung El Condor ist sehr hart, denn ihr Schotteranteil führt über enge, winklige und sehr steinige Pisten. Wenn es aber auf Asphalt geht, werden die Kurven weit und geschwungen. Für uns ist es dann wichtig, schnell in einen neuen Rhythmus zu finden."
Ford hat sich auf die ungewohnten Rahmenbedingungen extrem gut vorbereitet. Hirvonen und sein Teamkollege Jari-Matti Latvala haben in Sardinien einen eigens angesetzten Testtag absolviert, um die Bedingungen zu simulieren. Hirvonen weiter: "Dieser WM-Lauf bietet von allem etwas - auch Wasserdurchfahrten und besonders lange Prüfungen wie zum Beispiel die Prüfung von Ascochinga nach Agua de Oro, die mit 48,21 Kilometern einsamer Rekordhalter der gesamten Saison sein wird. Nicht zu vergessen das Wetter: Der Mai liegt im argentinischen Herbst. Es kann warm und trocken werden, was die uns zur Verfügung stehende weiche Mischung des neu entwickelten Michelin Latitude Cross besonders strapazieren würde."

Citroën wittert Gegenattacke: Loeb siegessicher, auch Solberg Mitkandidat um den Sieg?
Doch Ford könnte ein Problem haben – Citroën. Seit 2004 hat in der Region um Cordoba keine andere Automarke mehr gewonnen. Die Erfolgsserie wurde von Carlos Sainz gestartet und der Dauerweltmeister Loeb hat sie mehr als erfolgreich fortgesetzt.
Im Jahr 2010 fand in Argentinien wegen des Rotationskalenders kein Rallye statt. Villa Carlos Paz bleibt weiterhin das Zentrum der Veranstaltung, doch es gibt noch eine neue Spezialprüfung, denn zwischen den Schotterpassagen findet man auch einige Asphaltstücke, die sich ganz anders auf die Abstimmungen der Rallye-Autos auswirken. Das wird auf den Straßen im Umland eine der größten Herausforderungen darstellen. Loeb, der aktuelle WM-Führende, ist sich deswegen sicher, dass die befestigten Stellen der Schlüssel zum Sieg sein werden: "Wir haben einen Test absolviert, um das Fahrverhalten des Autos auf Asphalt zu erkunden." Bei dem WM-Lauf am 28. Und 29. Mai in Argentinien gehen auch zwei Kunden von Citroen mit den privaten DS3 WRC an den Start – mit dem berühmten Norweger Petter Solberg und dem jungen Holländer Peter van Merksteijn jun. Um es den beiden Privatiers möglich zu machen, sich auf den schwierigen Einsatz vorzubereiten, gab es bei Citroen eine extra organisierte Testsession in Südfrankreich. Solberg und van Merksteijn haben sich am Steuer des DS3 WRC abgewechselt, um sich das Auto nach persönlichen Vorlieben abstimmen zu können. Wenn man den für den Kundensport zuständigen Chef von Citroen Racing Technologies, Benoit Nogier, fragt, ist Solberg in Argentinien ein heißer Siegkandidat. Nogier: "Petter Solberg hatte eine sehr gute Vorbereitung auf diese Rallye". Der auf Sardinien hart erarbeiteter Podestplatz des Norwegers verlieh dem ganzen Team die Flügel: "Ein solches Ergebnis ist enorm wichtig. Argentinien ist eine Rallye für Routiniers. Seine Erfahrung konnte ihm dort einen Vorteil bringen. Es ist sicher eine der Rallyes, die ihm am besten liegt. Er wird im Kampf mitmischen."
Die Rallye in Argentinien wird bestimmt mit vielen Vorfällen für einen hohen Betrieb sorgen. Man kann sich deswegen auf einige Überraschungen freuen. Zum WRC-Event in unserem Event-Kalender
Aktueller WRC WM-Stand:
1. S. Loeb 100 Pkt.
2. M. Hirvonen 93 Pkt.
3. S. Ogier 81 Pkt.
4. J. Latvala 68 Pkt.
5. P. Solberg 46 Pkt.
Tim Wagelöhner