Verunglückter Fahrer außer Lebensgefahr
Bis um 15:33 Uhr war es ein Bergrennen mit Bilderbuchcharakter, strahlender Sonnenschein und gut gelaunte Piloten und Zuschauer. Jäh unterbrochen wurde die Idylle durch einen schweren Unfall der Startnummer 365: Jürgen Seitz war mit seinem frontgetriebenen Ford Escort Mk3 in der Hondakurve in den Graben gerutscht und fast ungebremst auf ein parallel zur Fahrbahn verlaufendes Abflussrohr geprallt. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Wagen quer über die Strecke geschleudert und kam schliesslich auf der Leitplanke zum Liegen. Ein am Wagen ausgebrochenes Feuer konnte durch die Streckenposten schnell gelöscht werden, nach der Bergung durch Rettungsdienst und Feuerwehr wurde der Fahrer per Hubschrauber in ein Frankfurter Krankenhaus geflogen. Noch am Abend konnte seitens der Rennleitung vorsichtige Entwarnung gegeben werden: Jürgen Seitz ist außer Lebensgefahr.
Der dritte Rennlauf wurde daraufhin nicht fortgesetzt. Ein Großteil der Fahrer und Zuschauer wollte nicht einfach zur sportlichen Tagesordnung übergehen.

Gegen ihn war kein Kraut gewachsen: Gesamtsieger Uwe Lang
So setzt sich das Endergebnis nur aus 2 gefahrenen Rennläufen zusammen. Den Gesamtsieg sicherte sich Favorit und Vorjahressieger Uwe Lang auf Osella PA/20s, im zweiten Lauf gelang ihm eine sensationelle 1:14er Zeit, da konnten weder seine Sportwagenkollegen, noch die Tourenwagen-Elite in Form der beiden Opel-DTM Piloten Norbert Brenner und Klaus Hoffmann mitgehen.
Denkbar knapp ging es in der Gruppe H bis 1,3L zu: Manfred Konrad (VW Corrado) behauptete sich mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,4s vor Franz Weißdorn auf VW Polo. Der Sieg bei der 1600ern ging ungefährdet an Hans Paulitsch, bei den mit 30 Fahrzeugen am stärksten besetzten 2-Litern hatte einmal mehr Sebastian Schmitt im spektakulären C-Coupe die Nase vorn.

Sebastian Schmitts Kadett C auf dem Weg zum Klassensieg
Die Gleichmässigkeitsläufe der GLPBerg und CST-Trophy entschieden Matthias Marquardt (BMW 325i), beziehungsweise Boris Hott (Lotus Exige) für sich. Marquardt gelang es, die beiden Läufe mit einer Differenz von nur 0,045 Sekunden zur absolvieren, bei der CST reichte eine Abweichung von 0,2s zum Gesamtsieg.
Lucas Pichl
Heuer erstmals mit 5,5 km Streckenlänge die längste und modernste Bergrennstrecke Deutschlands.
Strömender Regen zum ersten Wertungslauf am Sonntagmorgen konnte weder Zuschauern noch Teilnehmern etwas anhaben und so erschienen sie zahlreich. Unter den 107 Teilnehmern waren viele internationale Starter zu finden, ein Großteil aus Tschechien, da es sich nicht zuletzt auch um einen Lauf zur tschechischen Meisterschaft handelte.
Nach dem morgendlichen Starkregen entwickelte sich der zweite Lauf mit abtrocknenden Bedingungen zu einer besonderen Herausforderung. Es galt den Asphalt optimal zu "lesen" um auf den verbleibenden feuchten Stellen nicht die Haftung zu verlieren. Dies gelang nicht allen Fahrern und so kam es zu einigen Ausrutschern mit Leitplankenkontakt. Im dritten und letzten Lauf herrschten dann optimale Streckenbedingungen, sodass erfahrungsgemäß die schnellsten Zeiten des Tages gefahren wurden.

Gesamtsieger Vaclav Janik im Lola B02/50
Dass es neue Streckenrekorde geben würde, war alleine schon der Tatsache geschuldet, dass die Strecke erstmals in voller Länge befahren wurde. Eine Vergleichbarkeit mit dem vergangenen Jahr war allerdings gegeben, da am alten Ziel eine Zwischenzeit gemessen wurde. Mit Nevril Dusan auf dem Norma M20FC mit dem infernalisch klingenden 3L-Judd war jedoch ein heißer Anwärter auf den Rekord bereits im ersten Lauf ausgeschieden. So mussten die beiden angetretenen Formel 3000 Piloten die Sache unter sich ausmachen.
Otokar Kramsky sicherte sich schließlich im Reynard K12 den absoluten Streckenrekord mit 02:20.089, bei den Tourenwagen setzte Routinier Norbert Brenner mit dem DTM Astra die Bestmarke von 2:27.590. Der Gesamtsieg ging an den zweiten Tschechen im F3000 - Vaclav Janik fuhr konstant schnell, was bei den wechselnden Wetterbedingungen den Ausschlag gab.

Ein besonders knappes Finish gab es in der Gruppe H bis 2 Liter, hier setzte sich Peter Naumann im Kompressor-Polo mit einem Vorsprung von nur 0,045 s vor Hansi Eller auf dem Minichberger-Scirocco durch.
Abschließend muss dem Veranstalter RSG Altensteiner Oberland e.V. noch ein Lob ausgesprochen werden: in der heutigen Zeit der sterbenden Bergrennen ein "neues" Bergrennen auf die Beine zu stellen ist eine große Leistung. Wenn dann auf Anhieb alles derart reibungslos abläuft und perfekt organisiert ist, dann bleiben kaum Zweifel, dass man im nächsten Jahr den angestrebten Europameisterschaftslauf ausrichten wird. Strecke und Verein hätten es verdient.
Lucas Pichl

Aus dem italienischen Rieti erreicht uns die traurige Nachricht vom Unfalltod Georg Plasas. Berichten zufolge verunfallte der 51-jährige Warngauer mit seinem BMW-Judd etwa einen Kilometer vor dem Ziel bei der 50. Auflage des Coppa Carotti mit einer Geschwindigkeit von über 200 km/h. Der Bergrennsport hat einen großen Fahrer und eine große Persönlichkeit verloren. Den Angehörigen und Freunden gilt unser tiefes Mitgefühl.
Vom 7.-8. Juli lud der MSC Schotten zur 10. Auflage des Internationalen Bergpreis auf einem Teil des historischen Schottenrings ein. Über 200 Starter folgten dem Aufruf und kamen in den Vogelsberg. Die hohe Teilnehmerzahl war nicht zuletzt auch den über 60 Motorradfahrern und 24 Gespannen zu verdanken. Rund um den Sportplatz des VFR Rudingshain schlugen am Freitag Fahrer aus allen Klassen ihre Zelte auf. An diesem Wochenende war nicht die schnellste, sondern die konstanteste gefahrene Zeit maßgebend und so galt es die Stoppuhr genau im Auge zu behalten.
Los ging es für die Fahrer dann am Samstagmorgen mit den ersten Läufen, die bei schönstem Wetter jede Menge Zuschauer anlockten. Die meisten Teams nutzten die ersten beiden Läufe (ohne Zeitnahme) zur Feinabstimmung ihrer Fahrzeuge und zum Kennenlernen der Strecke. Viele Gaststarter, mit einer hohen Fahrzeugvielfalt, lockerten das Feld an diesem Wochenende zusätzlich auf.
Am Ende konnte sich Hans Schrumpf in seinem Porsche 911 S mit einem hauchdünnen Vorsprung vor Karl-Heinz Weitz (Porsche 911 Targa) den Gesamtsieg sichern. Auf den dritten Platz fuhren Manuel Link und Beifahrer Jan Schild mit ihrem VW Golf II GTI. Schrumpf konnte an diesem Wochenende noch weitere Erfolge mit seinem Porsche 911 S einfahren, z.B. in den Klassen (Sonderwertung) ADAC-Oldtimer-Pokal Hessen Thüringen, Mittelhessen-Pokal und IG Histo Bergmeisterschaft.

Gesamtsieger Hans Schrumpf im Porsche 911 s
Die Klasse der Gaststarter dominierten Manuel Link mit Beifahrer Jan Schild in Ihrem VW Golf II GTI. Zweiter wurde Helmut Kreis im Opel Calibra. Auf dem dritten Platz positionierten sich Wolfgang Meier mit Beifahrerin Colin Meier im VW Polo.
Die GLP Berg Meisterschaft war auch im Vogelsberg wieder stark vertreten. Sieger wurde hier Gaststarter Max Uwe Stieren im Alfa Romeo Alfetta mit einer Zeitabweichung von gesamt nur 5 Sekunden. Bei den Tourenwagen der GLP Berg Meisterschaft belegte Alfred Belz aus Erlensee mit seinem VW Käfer 1302 vor Monika Haase (Peugeot 205 1,6 GTI) den ersten Platz. Dritter wurde Hermann Raulfs aus Sassenburg mit seinem VW Golf 2 GTI 16V
Der 10. Bergpreis in Schotten war von Beginn an perfekt organisiert und glänzte auch mit einer hohen Beteiligung, sowohl auf der Seite der freiwilligen Helfer, als auch auf der Seite der Fahrer und Teams. Wolfgang Wagner, erster Vorsitzender des MSC Schotten, versprach schon jetzt den erfolgreichen Bergpreis auch in 2013 zu wiederholen. Wir sind gespannt und freuen uns auf den 11. Bergpreis in Schotten.
Tim Wagelöhner
Goodwood ist ein Muss für Motorsportfans, Oldtimerenthusiasten und Sportwagenliebhaber. Auch dieses Jahr macht die Karawane den Zwischenstopp im britischen Motorsportmekka, und zwar vom 29. Juni bis zum 3. Juli 2011 - wie traditionell eine Woche vor dem GP der Formel 1 in Silverstone auf dem dieses Jahr rundum erneuerten „Silverstone Wing“. Der Earl of March and Kinra - Charles Gordon-Lennox hat unter dem vielversprechenden Motto “Racing Revolutions - Quantum leaps that shaped motor sport” auf den eigenen Landsitz Goodwood bei Sussex eingeladen.

Das Jahr der vielen Jubiläen
In diesem Jahr gibt es viele Jubiläen in Goodwood. Vor 75 Jahren hatte die Auto Union die Europameisterschaft mit der bahnbrechenden Entwicklung eines Rennwagens mit Heckmotor gewonnen. Der Audi Quattro hatte vor 30 Jahren sein Allraddebut gegeben und McLaren stellte zur gleichen Zeit das erste Formel-1-Chassis aus Carbon vor. Auch der 50. Geburtstag des Jaguar E-Type soll in Goodwood gefeiert werden. Eigentlich fing alles schon 1936 an, als der damalige Earl of March und 9. Herzog von Richmond das private Bergrennen für den Lancia Car Club in Goodwood veranstaltete, welches er auch gewann. In Gedenken an den Vorfahren hat der momentane Earl of March diese Veranstaltung wieder auferstehen lassen. Das Motorsportevent “Goodwood Festival of Speed” findet seit 1993 jährlich statt. In dem prächtigen Park schafft der Earl of March jedes Jahr eine große Schar an Motorsportfans zusammen. Der Ort und das englische Flair könnten nicht prächtiger sein.
Goodwood hat die perfekte Lage an der Südküste Englands in der Nähe von Chichester und das Festival ist das weltgrößte Event in diesem Themenbereich. Von Jahr zu Jahr gibt es Rekorde, was die Anzahl der Formel-1-Fahrer und Teams, der klassischen Fahrzeugen, den modernen Sport- und Supersportwagen, Motorrädern und Flugzeugen betrifft. In Goodwood kann man vieles bestaunen und entdecken - immer mit viel Benzingeruch in der Luft. Die überzeugende Vielfalt an unterschiedlichen Fahrzeugen, Persönlichkeiten und Automobilfans weckt Emotionen und Leidenschaften. Goodwood ist auf jeden Fall immer wieder eine Reise wert.
Tickets und weitere Informationen sind auf der Homepage des Goodwood Festival of Speed abrufbar: https://ticketing.goodwood.com/buytickets/festivalofspeed.aspx
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Tim Wagelöhner