
Rallyesport soll bezahlbarer werden und so haben sich mehrere Hersteller (u.a. Skoda, Peugeot und Citroen) daran gemacht, um eine Alternative zu relativ teuren WRC oder RRC Fahrzeugen bieten zu können. Nun präsentierte M-Sport das R5 Modell des Ford Fiesta. Für viele Kunden dürfte der Preis des Fahrzeugs interessant sein, denn dieser liegt mit etwa 180.000€ etwa halb so hoch wie ein WRC Bolide und ist außerdem noch weit günstiger als ein RRC.
M-Sport Chef Malcom Wilson ist jedenfalls schon hellauf begeistert von den zu erwartenden Leistungen, wie er gegenüber „WRC.com“ verlauten ließ: „Mit dem richtigen Fahrer wird das Auto viele Leute überraschen. Es wird in allen Belangen schneller sein als ein Super-2000-Auto und in manchen schneller als ein Regional-Auto.“
Die Homologation durch die FIA steht am 1. Juli an, der erste Einsatz auf der Weltbühne ist zur WRC Veranstaltung in Finnland durch Elfyn Evans geplant. Aber auch vor der Finnland Rallye wird der Wagen in Aktion zu bestaunen sein, denn im Juli ist ein Start durch Thierry Neuville zur belgischen Ypres Rallye geplant.
Nach einem tödlichen Unfall auf WP13 Halenkovice wurde die Barum Rallye am gestrigen Sonntag abgebrochen.

Subaru-Pilot Václav Kopáček verlor auf einem langezogenen Teilstück der WP13 die Kontrolle über sein Fahrzeug und kam von der Strecke ab. Dabei überschlug sich der Impreza und landete in einer Zuschauergruppe, die sich zu diesem Zeitpunkt in einer Sperrzone befand. Dabei erlitt ein Zuschauer tödliche Verletzungen, ein anderer wurde schwer verletzt. Die Rallye wurde aufgrund des Vorfalls sofort abgebrochen. Sieger der Rallye wurden Hänninen Juho und Markkula Mikko im Skoda Fabia S2000.
Den Hinterbliebenen gilt unser tiefes Mitgefühl.
Sebastien Loeb konnte es nicht lassen und schlug, zum dritten Mal, die gesamte finnische Konkurrenz in der Höhle des Löwen. Nach 18 Wertungsprüfungen hatte der Franzose einen hauchdünnen Vorsprung von nur 6,1 Sekunden vor dem Finnen Mikko Hirvonen, der somit weiterhin auf seinen ersten Sieg im Citroen warten muss. Eine kleine Genugtuung gab es dann aber doch noch für den Zweitplazierten, denn er konnte die drei Bonuspunkte der Power Stage einsammeln und gleichzeitig auf der legändären Ouninpohja Prüfung Petter Solbergs bisherigen Streckenrekord, aus dem Jahre 2004, um 1,2 Sekunden unterbieten.
Hinter den beiden siegreichen Citroen Fahrern plazierte sich eine Armada von sieben Ford Piloten. Allen voran konnten sich hier die beiden Werkspiloten Jari Matthi Latvala und Petter Solberg behaupten, die in der gesamten Rallye jedoch nicht richtig in Tritt kamen und mit falschen Setups zu kämpfen hatten. So konnte das Ford WRT Team gerade einmal zwei Bestzeiten durch Petter Solberg auf den WP´s 2 und 11 verbuchen. Den fünften Platz konnte sich der Junge Norweger Mads Östberg sichern. Der Privatier musste den Platz zwar zur Tageshalbzeit, wegen eines Getriebeschadens, an Ott Tänak abgeben, konnte sich aber die Platzierung gegen den auf Sicherheit fahrenden Tänak wieder zurückerobern.
Den Sieg in der SWRC Kategorie staubte PG Anderson ab, nachdem Greg Breen, in Führung liegend, eine extreme Schrecksekunde erlebte. Auf dem ersten Durchgang der Ouninpohja Prüfung, kam der junge Ire von der Strecke ab und überschlug sich mehrmals. Er und sein Co-Pilot Paul Nagle blieben aber unverletzt. Für Breen wird der Unfall wohl trotzdem nicht so leicht zu verdauen sein, da er zu Beginn der Saison schon einmal in einen Chrash verwickelt war, den sein Co-Pilot Gareth Roberts leider nicht überlebte.
In der PWRC konnte sich Marcos Ligato durchsetzen und in der WRC Academy war Elfyn Evans erfolgreich.
Mirko Hunger
Sebastien Loeb tat, auf der ersten Etappe der Deutschland Rallye, was er am besten kann: einfach vorneweg fahren. So ist es nicht verwunderlich, das der Franzose gleich zu Beginn der Rallye die Zügel ordentlich anzog und die ersten drei Wertungsprüfungen für sich entscheiden konnte. Die Konkurrenten aus dem Ford Lager konnten bis zum Mittag wiedermal nur staunen und versuchen irgendwie dran zu bleiben, was auch recht gut gelang. Am Nachmittag ging man dann aber zur Attacke über und Jari Matthi Latvala konnte sich die Bestzeiten auf den WP´s 4 und 6 sichern, einzig auf der fünften Prüfung versuchte er es zu sehr mit der Brechstange und wurde sofort mit der nur sechstbesten Zeit und über 12 Sekunden Zeitverlust zum Citroen Frontmann abgestraft.
So geht Sebastien Loeb mit einem Vorsprung von 20,4s zu Petter Solberg und 29,4s zu J.-M.-Latvala in den morgigen Samstag. Auf Platz vier kann sich der Citroen Junior Pilot Thierry Neuville behaupten, dem Dani Sordo nun auf den Fersen ist, da der zweite Citroen Werkspilot, Mikko Hirvonen, keinen Rhythmus zu finden scheint und die Pace an der Spitze einfach nicht mitgehen kann. Auf den Plätzen sieben und acht kämpfen Ott Tänak und Mads Östberg um Anschluss, aber gerade dem jungen Norweger merkt man sehr deutlich an, das es ihm extrem an Erfahrung auf asphaltiertem Untergrund mangelt.
Mit seiner Leistung kann Evgeny Novikov gar nicht zufrieden sein, der russische Pilot riss sich bereits auf der ersten Wertungsprüfung das rechte Hinterrad ab. Ein ganz bitteres Ende fand die Veranstaltung für Martin Prokop, auf der ersten Wertungsprüfung ging ein Alarm im Fahrzeug los, der Tscheche konnte diesen aber nicht einordnen. Auf der dritten WP dann das bittere Ende, als sein Ford plötzlich Feuer fing und der ganze Wagen den Flammen überlassen werden musste. Der Fehlersuche gab der Tscheche im Nachhinein jedenfalls keine große Chance: „Wir wissen nicht wo das Problem lag und wir werden es wahrscheinlich auch nicht herausfinden“.
Mirko Hunger
Foto: Max Friedhoff
Die diesjährige Rallye Bohemia stand unter keinem guten Stern. Nachdem Top Favorit Mads Östberg beim Shakedown eine Mauer traf und dabei die rechte Frontpartie des Ford Fiesta RRC sehr stark beschädigte, konnten die Schäden am Fahrzeug vor dem Start nicht behoben werden, was das Aus für den Norweger bedeutete.
Überschattet wurde die Veranstaltung von einem folgenschweren Unfall des tschechischen Piloten Martin Semerad, der auf regennasser Fahrbahn die Kontrolle über seinen Mitsubishi Lancer verlor und mit der Beifahrerseite in einen Baum krachte. Durch sofort eingeleitete Rettungsmaßnahmen konnte der leicht verletzte Martin Semerad per Rettungshubschrauber in ein nahegelegenes Krankenhaus geflogen werden. Für seinen langjährigen Co Piloten Bohuslav Cheplecha kam jedoch jede Hilfe zu spät und er erlag, trotz aller Bemühungen der Rettungskräfte, seinen schweren Verletzungen.
Die Rallye wurde von den Veranstaltern sofort als beendet erklärt.
Wir von Virtual-Pitwalk.com drücken den Hinterbliebenen unser tiefstes Mitgefühl aus.
R.I.P. Bohuslav
